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Taxikurier November 2025Seite 28
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TITELTHEMA
➔ DER FALL DER BRANDMAUER
Taxizentrale versa Uber-App und „Kleine Fachkunde“ – Von Thomas Kroker
Am 17. April 2014 startete Uber seinen Betrieb in Deutschland mit dem Angebot UberPOP, ein Modell, bei dem Fahrgäste
ohne jegliche Genehmigung Fahrten per App mit Privatfahrzeugen bestellen konnten. Mit diesem Start entwickelte sich Uber
zum Feindbild und zur größten Bedrohung des Taxigewerbes, nicht nur in Deutschland.
Zahlreiche Prozesse wurden geführt, Ziemlich genau zehn Jahre nach dem Start Auch wenn dieses Vorhaben noch nicht voll-
es kam zu Verboten, die dann wieder mit Uber-POP in Deutschland folgte im April zogen ist, war es für viele der langjährigen
revidiert wurden, nachdem an der App 2024 der Beginn von Uber im Taxi-Gewerbe. Kämpfer ein Schlag ins Gesicht.
nachgebessert wurde, und in den mitt- Sehr viele Unternehmen waren lange stand-
lerweile 12 Jahren, in denen Uber in haft und wollten die Teilnahme ihrer Flotte Ist das nun der Anfang vom Ende der klassi-
Deutschland tätig ist, hat sich der Name an Uber vermeiden. Leider wurde der Druck schen Taxizentralen, wenn selbst die Vorrei-
gerade bei der jungen Generation zum aus der Fahrerschaft zu groß, wenn das Un- ter und ehemaligen Vorkämpfer gegen Uber
Inbegriff für eine Fahrt von A nach B ternehmen nicht an Uber teilnimmt, wech- heimlich still und leise hinter den Kulissen
etabliert. selt der Fahrer zu einem anderen Betrieb, die Kooperation angebahnt haben. Manche
der für Uber fährt. Uber hat das Taxigewerbe sprechen von „verraten und verkauft“, ande-
Ganze Generationen von Taxifahrerinnen gespalten, Unternehmen waren gezwungen, ren sehen es nicht als Kooperation, sondern
und -fahrern sowie deren Unternehmer ha- gegen die eigene Überzeugung zu handeln, als Kapitulation.
ben das Ziel verfolgt, den illegalen Mitbe- um zu überleben.
werber zu bekämpfen, für faire Regeln und Die Frage ist, wie wird es weitergehen.
korrekte Abläufe zu sorgen. Kein Preis war Mit sehr viel Engagement hat auch die Taxi- Stuttgart war sicher nur der Anfang, und es
zu hoch, um gegen Uber vorzugehen, Uber Deutschland eG, Servicegesellschaft für wird nur eine Frage der Zeit sein, wann sich
ist für viele nach wie vor eine existenzielle Taxizentralen, den Kampf gegen Uber unter- die ersten Zentralen an Uber anschließen
Bedrohung des Taxigewerbes. stützt, sowohl im Interesse ihrer Mitglieder werden, sei es, mangels eigener Perspektive,
als auch im Interesse der eigenen App. oder sei es aus wirtschaftlichen Gründen.
Allein die Idee, diesen Weg zu gehen, ist für
Umso mehr sorgte eine Nachricht für Bestür- viele schwere Kost. Ist die Brandmauer zwi-
zung, als bei der Generalversammlung der schen Taxi und Uber erst gefallen, wird es
Taxi-Deutschland eG in Bremen die Info die wohl mittelfristig keinen Halt mehr geben.
Runde machte, dass sich eine namhafte Die Folgen sind nicht absehbar. Was wird
genossenschaftliche Taxizentrale ernsthaft aus den gemeinsamen Apps, was wird aus
damit auseinandersetzt, den eigenen Ver- den Zentralen, was wird aus dem Personal?
mittlungsbetrieb an eine GmbH zu verpach-
ten, die in direkter Linie dem Uber-Kreis Fragen über Fragen in einer wirtschaftlich
zuzuordnen ist und damit den eigenen Ge- schwierigen Zeit. Wir werden sehen, wohin
schäftsbetrieb an Uber übergibt. die Reise führt.
28 ⁄ TAXIKURIER ⁄ NOVEMBER 2025