Page 31 - Taxikurier Dezember 2025 / Januar 2026
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Maria-Einsiedel-Straße 45 auf die in ganz Thalkirchen – doch dazu später mehr. Der die Wasserkraftwerk unterhalb von Pullach
Europa geschätzten Architekten und Maler Name der Siedlung verweist auf Prinz Lud- und Höllriegelskreuth, an denen Heilmann
Cosmas Damian Asam (1686–1739) und wig (1845–1921), von 1914 bis zur Revolu- führend beteiligt war, und zur Erschließung
Egid Quirin Asam (1692–1750), nach deren tion im November 1918 König Ludwig III. ließ er drei Industriegleise bauen, die beim
Plänen die Asamkirche an der Sendlinger von Bayern. Eine typische „gute“ Adresse, 1854 eröffneten Bahnhof Mittersendling
Straße 32 entstand und an die auch die wie sie dem Geschmack der betuchten An- nach Westen abzweigten. Dies war der Be-
Asamstraße von 1876 erinnert. „Maria Ein- liegerschaft entsprach, die Heilmann wie- ginn des Obersendlinger Industriegebietes.
siedel“ bezieht sich auf den Ort im Schwei- derum damit zum Kauf der Anwesen ange- Auch in Höllriegelskreuth lieferte Heilmann
zer Kanton Schwyz, in Erinnerung an einen lockt hatte. Die Prinz-Ludwig-Straße von den Strom für die Firma Linde, die 1900
Aufenthalt in dem Schweizer Wallfahrtsort 1896 in der Maxvorstadt ist ebenfalls nach ihren Betrieb aufnahm und deren Besitzer
Maria Einsiedel. Cosmas Damian Asam er- diesem späteren Herrscher benannt. Dem in der Heilmannstraße 17 lebte. Dieses Ge-
warb den Besitz 1724, im Jahr 1725 erhielt Siedlungsnamen geht bereits eine 1893 lände gehörte ebenfalls Jakob Heilmann.
sein Bruder die Erlaubnis zum Bau einer durch das Innenministerium genehmigte
Kapelle, die schließlich 1730 geweiht wur- Haltestelle der Isartalbahn mitsamt Post-
de. Die Denkmalliste weist auf die „reiche amt mit dem Namen „Prinz-Ludwigs-Höhe“ Straßennamen: übernommen
Fassadenmalerei“ hin. an der heutigen Heilmannstraße 6 voraus,
außerdem nahm der benachbarte Bahnhof Die Vorschläge des Münchner Magistrates
Solln 1896 seinen Betrieb auf. Damit war hinsichtlich der Straßennamen in Thalkir-
Die Ortsteile: Hinterbrühl vor der Ausbreitung des Automobils die be- chen erhielten vom Innenministerium „laut
queme Anbindung an die Stadt München Ministerialentscheidung vom 3. Oktober
Der Name „Brühl“ oder „Priel“ bezeichnet gegeben, außerdem konnte das Dienstper- 1900 mit Wirkung zum 1. Januar 1901 die
eine mit Buschwerk bewachsene Wiese, sonal unproblematisch anreisen. Heilmann Allerhöchste Genehmigung.“ Übernommen
woraus sich auch der Name „Hinterbrühler selbst residierte in Pullach in der Burg wurden Straßennamen nach Persönlich-
See“ ebenfalls für das benachbarte Wirts- Schwaneck am Burgweg 10 und besaß etli- keiten, die sich um Thalkirchen verdient
haus als Ausflugsziele entwickelte. Die che Gebäude in „seiner“ Straße, aber auch gemacht hatten: Alfred-Schmidt-Straße,
Denkmalliste spricht von einem „lang ge- in anderen Ortsteilen, die er oft durch sei- Emil-Geis-Straße, Steinerstraße und Zen-
streckten Bau, Landhausstil, um 1900; mit ne Baufirma Heilmann & Littmann errich- nerstraße, dazu die Badstraße: „Nach der
Bierterrasse und Holzpavillon, Laufbrunnen tet hatte. Ein Blick auf die Bewohner der dort befindlichen Badeanstalt.“ Als geogra-
bezeichnet 1904; Nebengebäude.“ Erst herrschaftlichen Anwesen der Heilmann- fische Zielangaben blieben die Maria-
nach der Eingemeindung Thalkirchens straße, von denen viele unter Denkmal- Einsiedel-Straße, die Wolfratshauser Straße
genehmigte das Ministerium des Innern schutz stehen, verdeutlicht die hohen An- sowie die Zentralländstraße. Auch die
am 29. November 1906 mit Wirkung zum sprüche, die die Dortigen an sich selbst Münchner Straße – „Straßenzug, der von
1. Januar 1907 den Namen als offizielle stellten. Die Hausnummern 11, 15, 17 und Thalkirchen nach München führt“ – erhielt
Bezeichnung. 19 gehörten dem Erfinder der Kältemaschi- sich aus folgenden Gründen: Solche Stra-
ne, Carl von Linde (1842–1934, Doktor- ßen führte nach München, so auch die von
Carl-von-Linde-Straße von 1982), der in Thalkirchen aus. Sie war die erste Münch-
der Nummer 17 lebte. Nummer 25: Roman ner Straße, die nach München eingemein-
Oberhummer, Königlich Württembergischer det wurde, und konnte daher bleiben. Bei
Kommerzienrat und Konsul, dort auch späteren Eingemeindungen mussten diese
wohnhaft; die Oberhummerstraße ist nicht Namen wegen der Verwechslungsgefahr
nach ihm benannt. Die Nummer 29 gehörte ersetzt werden. So erhielt beispielsweise
dem Architekten Max Littmann, der dort die Münchner Straße in Berg am Laim bei
auch wohnte. Oder die Nummer 33, wo seiner Eingemeindung 1913 den Namen
Wilhelm von Borscht, Geheimer Hofrat, Berg-am-Laim-Straße.
I. rechtskräftiger Bürgermeister (1857–1943,
Borschtallee von 1920) im Eigentum lebte.
Straßennamen: das System Heilmann
Die Ortsteile: Obersendling In der Gemeinde Thalkirchen entwickelte
sich auf dem Grund von Bürgermeister
Vom dörflichen Obersendling hat sich Eugen Gerbl ab 1895 die Villenkolonie
nichts erhalten, es lag an der Abzweigung Prinz-Ludwigs-Höhe. Der Architekt und
der Boschetsrieder Straße von der Plin- Bauunternehmer Jakob Heilmann hatte das
ganserstraße. Das ebene und wenig besie- Gelände 1894 gekauft und ließ nun Häuser
Die Ortsteile: Prinz-Ludwigs-Höhe delte Areal des Sendlinger Oberfeldes bot für finanziell gut gestellte Kreise errichten,
aber genügend Raum für eine industrielle die oberhalb des Hochufers der Isar ent-
Zum ersten Mal 1895 als „Prinz-Lud- Nutzung und hier erblickte Jakob Heilmann standen. Für die neuen Wohnstraßen brach-
wigs-Höhe“ erwähnt, entstand dieser Orts- weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Er te Heilmann seine familiären Verhältnisse
teil entlang der Ludwigshöher Straße auf kaufte große Flächen auf, um sie teils als ins Spiel, denn er bestimmte maßgeblich
dem Hochufer als Villenkolonie in Regie Wohngebiete, insbesondere aber als Grund- die Politik der Gemeinde. In erster Ehe war
des Baulöwen Jakob Heilmann (1848- stücke für Gewerbe- und Industrie zu ver- er mit Ida Rosipal verheiratet und hatte
1927), dem Don Corleone, dem Paten von werten. Die Energieversorgung übernahmen mit ihr eine Tochter namens Ida, die später
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