Page 33 - Taxikurier Dezember 2025 / Januar 2026
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Prinz-Ludwig-Höhe an der Heilmannstra-
           ße 6. Die Linie stellte ihren Personenbe-
           trieb im Gemeindegebiet von Thalkirchen
           im Jahr 1964 und den Güterverkehr endgül-
           tig 1989 ein. Erhalten und als Bahnlinie
           noch erkennbar bleibt die Trasse südlich
           entlang der Maria-Einsiedel-Straße und auf
           dem im Jahr 2003 benannten Isartalweg,
           der der aufgelassenen Trasse folgt. Die offi-
           zielle Erläuterung besagt: „Der Fuß- und
           Radweg verläuft auf der ehemaligen Gleis-
           trasse der Isartalbahn zwischen Isartal-
           bahnhof und Wolfratshausen, die 1891 er-
           öffnet und 1964 stillgelegt wurde.“ An der
           Kreuzung des Weges mit der Josephinen-                              Gründe für die Eingemeindung
           straße erklärt ein Schild: „Auf dieser Trasse
           führte von 1891–1964 von Thalkirchen –                              Sowohl der Stadt München als auch der Ge-
           zeitweise bis Kochel – eine Eisenbahnli-                            meinde Thalkirchen kam die Eingemeindung
           nie.“ Einige Bauwerke sind noch vorhanden                           zugute, nachdem bereits – wie oben darge-
           und  stehen unter Denkmalschutz. Entlang   von ihrer anstrengenden und gefährlichen   stellt – gegenseitige Beziehungen bestan-
           der Maria-Einsiedel-Straße steht das alte   Arbeit erholen konnten. Die Denkmalliste   den. Infolge des Bevölkerungswachstums
           Betriebswerk mit der heutigen Adresse   berichtet: „Neurenaissance-Villa mit zwei   konnte Thalkirchen viele kommunale Aufga-
           Isarwinkel. In der Denkmalliste liest man   polygonalen Ecktürmen, um 1870 ⁄ 1875.“   ben nicht mehr allein bewältigen, bei-
           dazu: „Ehemaliges Betriebswerk der Isartal-  Die Flößergasse von 1949 liegt zwar etwas   spielsweise den Schulhausbau, die Kanali-
           bahn  als Teil des Bahnhofes Thalkirchen,   entfernt in Mittersendling, bezieht sich   sation oder die Versorgung mit Elektrizität,
           ab 1890 durch die Lokalbahn AG München   aber trotzdem darauf: „Nach der bereits im   bei der sie vollständig von Jakob Heilmann
           errichtete Wartungs- und Deponieranlage   13. Jahrhundert bestehenden Zunft der   abhängig war. Darüber hinaus hoffte man
           mit Kraftzentrale; Bautengruppe in Sicht-  Isarflößer.“             auf den Bau einer Brücke über die Isar, den
           ziegelbauweise im Stil der Industriearchi-                          man selbst nicht stemmen konnte. Die Ver-
           tektur des späten 19. Jahrhunderts.“ Dort                           bindung nach Harlaching wurde dann tat-
           waren alle Lokomotiven, Güterwagen und   Bäder                      sächlich bereits 1904 eröffnet. Und von
           Personenwagen beheimatet, die auf der                               Seiten Münchens bestand ein wichtiges In-
           Strecke verkehrten. Die erhalten gebliebe-  Bereits im Jahr 1844 öffnete in Thalkirchen   teresse daran, den Unternehmer Heilmann
           nen Gebäude wurden von 2014 bis 2015    eine Kaltwasser-Heilanstalt ihre Pforten,   mit seinen Eigenmächtigkeiten, die er sich
           im Zuge einer Neugestaltung des Areals     deren angeblich heilkräftiges Wasser dem   im kleinen Thalkirchen leisten konnte,
             saniert und sind gewerblich genutzt.  Hochufer der Isar entsprang, ähnlich dem   durch die Einbindung in die größere kom-
                                             Bad Brunnthal in Bogenhausen. Im Jahr   munale Einheit in seine Schranken zu wei-
                                             1935 baute sie der Arzt Heinrich Müller zu   sen. Denn er investierte und baute bereits
           Zentrallände                      einem Krankenhaus um. Die Badstraße weist   vor der Eingemeindung Thalkirchens in der
                                             darauf hin. Heute noch in Betrieb ist das   gesamten Stadt, beispielsweise die Villen-
           Über Jahrhunderte hinweg lag die Haupt-  Bad Maria Einsiedel, das die Gemeinde Thal-  kolonie Gern seit 1892, das staatliche Hof-
           anlegestelle Münchens für die Flößerei auf   kirchen 1890 als Freibad am Werkkanal er-  bräuhaus (1897) oder das Prinzregenten-
           der Isar, eine der größten Floßländen Euro-  baute und das seit 1891 mit der Isartalbahn   theater (1900) – um nur einige wenige
           pas, nahe der heutigen Altstadt im Lehel,   von München aus bequem zu erreichen war.  Projekte zu nennen.
           worauf sich dort die traditionelle Benen-
           nung der Ländstraße bezieht. Waren aller
           Art wurden aus dem bayerischen Oberland
           transportiert wie Getreide, Käse, Wein,
             Tiere, Gips, Kalk oder Brenn- und Bauholz.
           Mit dem Beginn des Eisenbahnwesens um
           München seit 1839 verlagerte sich der
           Schwerpunkt des Münchner Handels in den
           Westen der Stadt. Lediglich die Flößerei
           von Bauholz verblieb auf der Isar und für
           diesen Zweck betrieb die Stadt München
           von 1857 bis 1892 eine provisorische Län-
           de und endgültig im Jahr 1899 die Zentral-
           lände in Thalkirchen, deren Zugang über
           den künstlichen Werkkanal erfolgte und
             erfolgt, der von der Isar abzweigt. An der
           Zentralländstraße 30 befindet sich die
           Gaststätte Zentrallände, wo sich die Flößer




                                                                            DEZEMBER 2025 ⁄ JANUAR 2026 ⁄ TAXIKURIER ⁄ 33
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