Page 20 - Taxikurier Dezember 2025 / Januar 2026
P. 20
TITELTHEMA
➔ WEIHNACHTEN
Gedanken zum 25. Dezember – Von Birgit Heller
Das höchste Fest der Christenheit, Ostern, war von Beginn an mit dem Pessachfest verbunden, was sehr genau mit dem
Mondkalender terminiert werden kann. Bis ins 3. Jahrhundert unserer Zeit wurde das Christentum verfolgt und kannte das
von uns so hoch geschätzte Weihnachtsfest nicht.
Die Urchristen feierten Jesu Geburt die Menschen dort dem ursprünglichen Fest Die Familie hatte Grundbesitz in Betlehem,
nicht, da im Judentum der Geburtstag näher und eigentlich in der Tradition mehr sonst hätten sie nicht zum Zensus gemusst
eine eher untergeordnete Rolle spielt. verankert bzw. entsprechen der Historie. und in keinem Evangelium ist von einem
Erst Kaiser Konstantin, der in den Tier im Stall die Rede. Maria suchte im
30 Jahren seiner Regierungszeit als Aber egal, ob die Geschenke nur am 24. Haus der Familie, das wohl aus einem gro-
römischer Kaiser im 4. Jahrhundert die oder 25. Dezember unter dem Weihnachts- ßen Raum bestand, schlicht und einfach
Vorteile des Christentums erkannte und baum liegen, wir sollten uns bewusst ma- einen ruhigen Platz, um ihr Kind zur Welt
den Religionsfrieden herstellte, bereite- chen, dass der Termin der Geburt des histo- zu bringen. Feiern wir also die Geburt eines
te den Weg für eine kalen darische Fest- rischen Jesus unbekannt ist und bleibt und besonderen Kindes in einer sehr unruhigen
legung des Datums für Christi Geburt. auch die immer wieder dem Zeitgeist unter- Zeit, eines jüdischen Kindes, das zur Hoff-
liegenden Weihnachtsgeschichte seiner nung seines Volkes und später vieler Men-
Pabst Liberius setzte im Jahr 354 den Geburt kaum historischen Untersuchungen schen werden sollte.
25. Dezember als Geburtstag Jesu fest. Er standhält. Weder war Jesus arm, noch hat
wollte damit die Abschaffung des heidni- seine Mutter Maria neben Tieren im Stall In diesem Sinne – Frohe Weihnachten!
schen Sonnenkultes vorantreiben. Dessen das Kind zur Welt bringen müssen.
ungeachtet war dieses Datum auch für das
Christentum symbolträchtig, da die Winter-
sonnenwende für die Macht des Lichtes
über die Finsternis stand.
Als Kaiser Theodosius 380 das Christentum
zur Staatsreligion erhob, wurde damit der
Geburtstag Jesu am 25. Dezember manifes-
tiert. Da im Judentum der Tag mit dem
Sonnenuntergang beginnt, hat sich der
Vorabend des 25. Dezembers in Mitteleuro-
pa als Weihnachtsabend etabliert. Dessen
ungeachtet wird die Christmette gegen Mit-
ternacht gefeiert um den Geburtstag Jesu
feierlich einzuläuten. Im englischsprachi-
gen Raum erhalten die Kinder erst am
25. Dezember ihre Geschenke. Damit sind
In Bethlehemn befindet sich an der vermuteten
Geburtsstätte Jesu Christi die Geburts kirche.
20 ⁄ TAXIKURIER ⁄ DEZEMBER 2025 ⁄ JANUAR 2026

