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Taxikurier Oktober und November 2026Seite 25

Archivierte Ausgabe. Angaben beziehen sich auf den Erscheinungszeitpunkt.

Originalseite 25 der Ausgabe Taxikurier Oktober und November 2026
Originalseite 25
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Der Text wurde aus der damaligen Online-Ausgabe übernommen. Reihenfolge und Texterkennung können von der gestalteten Originalseite abweichen.

Viele Fahrgäste verfolgen den Fahrtweg   Wir müssen deshalb darüber sprechen, ob   in der erwarteten Qualität ausgeführt, ver-
             inzwischen auf ihrem eigenen Smartphone.   unsere bisherigen Zugangsbedingungen   lieren wir Kunden. Der Fahrermangel darf
           Wird eine unverständliche Route gewählt,   noch ausreichen. Möglicherweise brauchen   deshalb nicht dadurch bekämpft werden,
           entsteht schnell Misstrauen. Dabei muss   wir zusätzliche Schulungen, bessere prakti-  dass wir die Qualitätsanforderungen aufge-
           nicht einmal eine böse Absicht vorliegen.   sche Einweisungen und eine stärkere Be-  ben. Ein schneller Zugang zum Funk kann
           Schon mangelnde Ortskenntnis kann beim   gleitung in der ersten Zeit. Denkbar sind   kurzfristig dazu beitragen, ein Fahrzeug
           Fahrgast den Eindruck erwecken, dass   auch regelmäßige Auffrischungen, weil sich   wieder zu besetzen. Eine schlechte Dienst-
             absichtlich ein Umweg gefahren wird.   Technik, Regeln, Verkehrsführung und Er-  leistung kann aber bewirken, dass der Fahr-
             Ortskenntnis schafft deshalb nicht nur   wartungen der Kunden ständig verändern.   gast danach kein Taxi mehr bestellt. Dann
             Zeitvorteile. Sie schafft Vertrauen.  Unser Ziel darf nicht nur sein, dass ein   haben wir zwar mehr Fahrer, aber immer
                                             Fahrer möglichst schnell am Vermittlungs-  weniger Aufträge. Das kann nicht die
                                             system teilnehmen kann. Unser Ziel muss     Lösung sein.
           Die Münchner Vermittlungszentralen   sein, dass er die vermittelten Aufträge zu-
           haben eigene Hürden geschaffen    verlässig und in guter Qualität ausführt.
                                                                               Die Zugangshürde ist gleichzeitig
             Nach dem Wegfall der Ortskundeprüfung                             unser Qualitätsschutz
             haben die Taxi-Vermittlungszentralen    Fahrermangel darf nicht zu einem
             in München reagiert. Sie haben eigene   Abbau der Qualität führen   Die Voraussetzungen für die Teilnahme
             Voraussetzungen geschaffen, die erfüllt                             an der Vermittlung werden gelegentlich
             werden müssen, bevor ein Fahrer am je-  An dieser Stelle entsteht ein schwieriger   als unnötige Belastung angesehen.
             weiligen Vermittlungssystem teilnehmen   Konflikt innerhalb des Gewerbes: Wir     Dabei wird übersehen, dass genau diese
             darf. Diese Zugangsvoraussetzungen   haben zu wenig Fahrpersonal. Viele   Hürden ein wichtiger Schutz für die
             sind wichtig. Sie sollen sicherstellen,     Taxiunternehmen suchen dringend nach     gemeinsame Qualität sind.
             dass das Fahrpersonal die Vermittlungs-  Fahrerinnen und Fahrern. Besonders
             technik bedienen kann und die Regeln     Unternehmen mit mehreren Fahrzeugen   Eine Vermittlungszentrale trägt Verantwor-
             des jeweiligen Funksystems kennt.   können einen Teil ihrer Flotte zeitweise   tung gegenüber ihren Fahrgästen. Der
                                               nicht einsetzen.                  Kunde bestellt nicht bei irgendeinem unbe-
           Dazu gehören technische Kenntnisse, be-                             kannten Fahrer. Er vertraut der Marke und
           triebliche Abläufe und verbindliche Verhal-  Fahrzeuge bleiben unbesetzt und stehen   dem Namen der Zentrale. Er erwartet, dass
           tensregeln. Die Fahrer müssen zum Beispiel   auf dem Betriebshof, obwohl sie eigentlich   ein vermitteltes Fahrzeug bestimmte An-
           wissen, wie Aufträge angenommen und   Aufträge übernehmen könnten. Das ist für   forderungen erfüllt. Deshalb kann die Zent-
           ordnungsgemäß ausgeführt werden. Sie   die betroffenen Unternehmen wirtschaft-  rale nicht jeden Fahrer ohne ausreichende
           müssen die Regeln an Halteplätzen und bei   lich belastend. Ein Fahrzeug, das nicht be-  Vorbereitung in das System aufnehmen. Sie
           Vorbestellungen kennen. Sie müssen wis-  setzt ist, erwirtschaftet keine Einnahmen.   muss sicherstellen, dass wenigstens grund-
           sen, wie sie sich bei Verzögerungen, Fehl-  Gleichzeitig laufen Kosten wie Finanzie-  legende Kenntnisse vorhanden sind und
           fahrten, Stornierungen, Beschwerden oder   rung, Versicherung, Wartung und Stellplatz   gemeinsame Regeln eingehalten werden.
           technischen Problemen verhalten sollen.   weiter. Deshalb ist es verständlich, dass
           Diese Anforderungen schaffen eine notwen-  diese Unternehmen möglichst schnell   Diese Zugangshürden sind kein Selbstzweck
           dige Mindestordnung. Ohne solche Regeln     neues Fahrpersonal einsetzen wollen. Aus   und dienen dem Schutz der Fahrgäste,
           wäre eine zuverlässige Vermittlung kaum   dieser Lage entsteht regelmäßig die Forde-  dem guten Ruf der angeschlossenen Unter-
           möglich. Wir müssen aber auch selbstkri-  rung, den Zugang zur Funkvermittlung zu   nehmen und der wirtschaftlichen Zukunft
           tisch feststellen: In vielen Fällen reicht die-  vereinfachen. Prüfungen und Schulungen   der gesamten  Vermittlungsgemeinschaft.
           se Mindestqualifikation nicht aus, um den   sollen verkürzt, Anforderungen reduziert   Natürlich müssen wir auch unsere An-
           Service zu erreichen, den unsere Fahrgäste   und Wartezeiten vermieden werden. Neues   forderungen regelmäßig überprüfen.
           erwarten und den wir im Wettbewerb benö-  Fahrpersonal soll möglichst schnell Aufträ-    Unnötige Bürokratie verbessert keine
           tigen. Wer ein Vermittlungsgerät technisch   ge erhalten können. Diese Forderung ist   Dienstleistung. Inhalte, die für die tägliche
           bedienen kann, ist noch nicht automatisch   aus der Sicht eines Unternehmens mit un-  Arbeit keine Bedeutung mehr haben,
           ein guter Dienstleister. Wer die Regeln für   besetzten Fahrzeugen nachvollziehbar. Für     dürfen verändert oder gestrichen werden.
           die Annahme eines Auftrags kennt, weiß   die Vermittlungszentrale und für das ge-  Das bedeutet aber nicht, dass Anforderun-
             damit noch nicht zwingend, wie ein älterer   samte Taxigewerbe entsteht daraus aber   gen insgesamt abgesenkt werden sollten.
           Fahrgast unterstützt, ein Rollator sicher ver-  eine große Gefahr: Wenn wir wegen des   Im Gegenteil: Die Qualifikation muss
           staut oder eine unsichere Person freundlich   Fahrermangels unsere Anforderungen immer   praxisnäher werden und sich stärker auf
           begleitet wird. Die technische Beherrschung   weiter absenken, verschärfen wir langfris-  die tatsächliche Dienstleistung konzentrie-
           des Vermittlungssystems ist notwendig. Sie   tig das eigentliche Problem. Dann stehen   ren. Nicht weniger Qualifikation ist erfor-
           darf aber nicht mit einer vollständigen be-  vielleicht kurzfristig mehr Fahrzeuge zur   derlich, sondern eine bessere und gezielte-
           ruflichen Qualifikation verwechselt werden.  Verfügung. Werden die Aufträge aber nicht   re Qualifikation. 

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