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Taxikurier November 2025Seite 21
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SPD-Mitglied Horst Wiegand brachte es auf den Punkt, als er Wir müssen genau betrachten, welche konkreten Vorteile uns
erklärte, er fühle sich von seiner eigenen Partei im Stich gelas- diese Mitgliedschaft bringt, welche politischen Erfolge erzielt
sen. Erschwerend kommt hinzu, dass München zum europäischen wurden und ob die Zusammenarbeit langfristig sinnvoll ist. Sollte
Pilotstandort für Robotaxis werden soll. Uber und das chinesi- sich herausstellen, dass der Nutzen die Kosten nicht rechtfertigt,
sche Unternehmen Momenta wollen hier mit selbstfahrenden müssen wir bereit sein, alternative Wege zu gehen und neue
Fahrzeugen starten. Strategien zu entwickeln, um unsere Interessen wirkungsvoll zu
vertreten. Ein Blick nach Frankfurt verdeutlicht, wie wichtig klare
Ministerpräsident Markus Söder spricht von 20.000 autonomen Regeln sind. Dort wird über eine mögliche Verpachtung der Fahr-
Shuttles, Oberbürgermeister Dieter Reiter davon, dass München tenvermittlung an eine Gesellschaft mit Uber-Beteiligung dis-
diese Entwicklung brauche. Nur wenige Wochen vor dieser kutiert. Auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist, zeigt
Ankündigung hatte die SPD mit 17 zu 1 Stimmen gegen ein dieses Beispiel, wie rasch sich Strukturen verändern können.
Mindestentgelt gestimmt. Wir müssen deshalb rechtzeitig sicherstellen, dass der Zweck
unserer Genossenschaft gewahrt bleibt und nicht durch externe
Der Zusammenhang ist deutlich: Man will Uber nicht verärgern, Interessen gefährdet wird.
auch wenn dafür tausende Arbeitsplätze geopfert werden. In Es-
sen zeigte die SPD-Politikerin Julia Clewing, dass es auch anders Trotz aller Probleme gibt es auch positive Entwicklungen.
geht. Sie erklärte im Stadtrat, Mindestentgelte gäben lokalen Die Taxi-München eG konnte zuletzt wieder mehr Aufträge im
Unternehmen die Möglichkeit, sich gegen das Preisdiktat großer Schienenersatzverkehr SEV gewinnen und hat sich bei Ausschrei-
Konzerne zu wehren und einen fairen Wettbewerb zu ermögli- bungen erfolgreich behauptet. Besonders erfreulich ist, dass wir
chen. Genau diese Haltung brauchen wir auch in München. die MVG-Aufträge für die kommenden Jahre erneut sichern konn-
ten. Diese Erfolge zeigen, dass wir trotz widriger Umstände ein
Wir haben bereits deutlich gemacht, wie ernst die Lage ist. verlässlicher Partner bleiben und unsere Position am Markt be-
Mit einem Brandbrief an Oberbürgermeister Reiter und einem haupten können, wenn wir gemeinsam handeln und konsequent
Taxikorso mit 30 Fahrzeugen haben wir auf unsere Situation an der Qualität unserer Arbeit festhalten.
aufmerksam gemacht. Wir haben klargestellt, dass kein Münchner
Betrieb in diesem Jahr Gewinne erzielen konnte, dass tausende Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wel-
Arbeitsplätze gefährdet sind und dass wichtige Aufgaben der chen Weg unser Gewerbe einschlägt. Ohne faire Preise, gleiche
Daseinsvorsorge auf dem Spiel stehen. Trotzdem hat die Stadt Wettbewerbsbedingungen und eine konsequente Regulierung
beschlossen, die Einführung von Mindestpreisen frühestens droht ein Strukturbruch. Doch wir haben es selbst in der Hand,
2026 zu prüfen trotz bekannter Steuer und Sozialabgabenhinter- diesen Kurs zu ändern. Geschlossenheit, Qualität, Digitalisierung
ziehung im zweistelligen Millionenbereich durch Plattform- und ein klarer politischer Auftrag sind der Schlüssel, um diese
anbieter. Krise zu überwinden.
Die bevorstehende Generalversammlung im November ist daher Gleichzeitig gilt es, unsere Erfolge auszubauen und zu nutzen.
von großer Bedeutung. Dort müssen wir offen über die Zukunft Sie beweisen, dass unsere Genossenschaft nicht nur überleben
unserer Genossenschaft sprechen. Es geht um Transparenz bei der kann, sondern auch in Zukunft eine tragende Rolle im Münchner
Auftragsvergabe, um die Klärung von Unregelmäßigkeiten bei Verkehrssystem spielen wird.
den ICP-Fahrten und um die Frage, mit welchen Vermittlungs-
systemen wir heute und künftig arbeiten wollen. Außerdem Ich rufe Sie auf, sich aktiv an der kommenden Generalversamm-
werden wir über notwendige Satzungsänderungen abstimmen lung zu beteiligen. Ihre Stimme zählt. Nur gemeinsam können
müssen, die aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situa- wir die Zukunft unseres Gewerbes gestalten und sicherstellen,
tion der Taxi-München eG vorgeschlagen werden. dass die Taxi-München eG auch in den nächsten Jahren ein star-
ker und verlässlicher Partner für Unternehmerinnen und Unter-
Unser Ziel ist es, die Strukturen zu verschlanken, Personalkosten nehmer, Fahrerinnen und Fahrer sowie für unsere Fahrgäste
zu senken und Ausgaben in Bereichen wie Rechtsberatung bleibt.
deutlich zu reduzieren, um die Genossenschaft langfristig wirt-
schaftlich stabiler aufzustellen. Dazu gehören eine mögliche
Verkleinerung des Aufsichtsrats sowie eine Anpassung bei der
Vorstandsstruktur. Im Zuge dieser notwendigen Sparmaßnahmen Mit kollegialen Grüßen
müssen wir außerdem die Mitgliedschaft im Landesverband
kritisch überprüfen. Es ist wichtig zu analysieren, ob die finanzi- Ünal Kücüksahin
ellen Mittel, die wir dort investieren, in einem angemessenen
Verhältnis zu dem tatsächlichen Nutzen stehen, den wir als Ge- Vorsitzender des Aufsichtsrats
nossenschaft erhalten. (Taxi-München eG)
NOVEMBER 2025 ⁄ TAXIKURIER ⁄ 21