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Taxikurier August und September 2026Seite 41
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VERKEHRSINFARKT
MÜNCHEN IM DAUERSTAU
Baustellen bringen den Verkehr an seine Grenzen. Mehrere Großbaustellen treffen gleichzeitig auf eine
ohnehin stark belastete Verkehrsinfrastruktur. Besonders das Taxigewerbe leidet unter langen Fahrzeiten,
kaum erreichbaren Stadtvierteln und erheblichen wirtschaftlichen Folgen.
München steckt im Stau. Auf dem Landshuter Allee wird zum Taxiverkehr verliert seine Planbarkeit
Mittleren Ring und den angrenzenden nächsten Nadelöhr
Hauptverkehrsstraßen führen mehrere Für das Münchner Taxigewerbe ist diese
zeitgleiche Baustellen zu langen Gleichzeitig bestehen erhebliche Ein- Situation besonders problematisch. Ein
Rückstaus. Ausweichstrecken sind eben- schränkungen auf der Landshuter Allee. Taxi kann nicht warten, bis der Berufsver-
falls überlastet, Kreuzungen werden blo- Dort wird die Brücke über die Dachauer kehr vorbei ist, oder seine Fahrten auf
ckiert und selbst kurze innerstädtische Straße saniert. In diesem Abschnitt steht einen anderen Tag verschieben. Fahrgäste
Fahrten lassen sich kaum noch zuverläs- in beiden Fahrtrichtungen jeweils nur müssen zu Arztterminen, Krankenhäusern,
sig planen. Der Mittlere Ring zählt mit eine Fahrspur zur Verfügung. Hinzu kom- Bahnhöfen, Flughäfen oder zu ihrer Ar-
abschnittsweise bis zu 150.000 Fahr- men Leitungsarbeiten zwischen der beitsstelle gebracht werden. Durch die
zeugen täglich zu den wichtigsten und Nymphenburger Straße und der Leonrod- aktuellen Staus können bestellte Fahrzeu-
am stärksten frequentierten Verkehrs- straße. Dort wurde die zulässige Ge- ge ihre Kunden vielfach nicht pünktlich
achsen Münchens. Durch die gleichzeiti- schwindigkeit im Baustellenbereich auf erreichen.
ge Einschränkung mehrerer Abschnitte 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Die
fehlen inzwischen die notwendigen Landshuter Allee ist jedoch Teil des Mitt-
Reserven, um den Verkehr noch einiger- leren Rings und eine der wichtigsten Ein Verkehrsnetz ohne Reserven
maßen geordnet aufzunehmen. Nord-Süd-Verbindungen der Stadt. Wird
der Verkehr dort auf einzelne Fahrspuren Notwendige Sanierungsarbeiten können
reduziert, entstehen Rückstaus und für nicht dauerhaft verschoben werden. Die
Engpass am Luise-Kiesselbach-Tunnel Taxis, Lieferdienste, Handwerksbetriebe aktuelle Situation zeigt jedoch, wie prob-
und andere gewerbliche Verkehre gibt es lematisch es ist, wenn mehrere zentrale
Vom 1. Juli bis zum 2. August 2026 ist kaum geeignete Alternativen. Abschnitte einer bereits hoch belasteten
der Luise-Kiesselbach-Tunnel zwischen der Verkehrsachse gleichzeitig eingeschränkt
A95 und der A96 in Fahrtrichtung Norden werden.
vollständig gesperrt. Grund sind abschlie- Einschränkungen auf der
ßende Sanierungsarbeiten nach dem Donnersbergerbrücke Der Verkehr wird durch die Baustellen
schweren Lkw-Brand im April 2024. nicht reduziert, sondern lediglich in an-
Der Verkehr wird insbesondere über die Seit dem 10. Juli kommen weitere Behin- grenzende Stadtteile und Nebenstraßen
Oberfläche und die Garmischer Straße derungen auf der Donnersbergerbrücke verlagert. Dort entstehen neue Engpässe,
geführt. Die Stadt selbst rechnet trotz hinzu. Aufgrund von Instandsetzungs- die wiederum Busse, Taxis, Lieferverkehre
angepasster Ampelschaltungen und opti- arbeiten am Widerlager ist der Verkehr bis und Anwohner beeinträchtigt.
mierter Ausweichstrecken mit erheblichen voraussichtlich 24. Juli in beiden Fahrt-
Behinderungen. Besonders betroffen ist richtungen eingeschränkt. In Richtung Taxis sichern individuelle Mobilität, über-
der Stadtteil Sendling. Dort führen die Süden steht nur noch eine Fahrspur zur nehmen Kranken- und Schülerfahrten
Sperrung und der zusätzliche Umleitungs- Verfügung. Die Donnersbergerbrücke ist und befördern Menschen, die öffentliche
verkehr dazu, dass zahlreiche Straßen eine der zentralen Verbindungen zwischen Verkehrsmittel nicht oder nur einge-
über lange Zeiträume nahezu vollständig dem Münchner Süden und Norden. Nen- schränkt nutzen können. Die aktuelle
blockiert sind. Für das Taxigewerbe be- nenswerte Ausweichmöglichkeiten beste- Stausituation ist deshalb mehr als ein
deutet dies erhebliche Probleme. Manche hen in diesem Bereich kaum. Bereits eine Ärgernis für Autofahrer. Sie entwickelt
Gebiete sind zeitweise kaum oder gar teilweise Reduzierung der Fahrspuren sich zunehmend zu einer wirtschaftlichen
nicht mehr erreichbar. Kurze Strecken, führt deshalb zu einer erheblich erhöhten und organisatorischen Belastungsprobe
die normalerweise nur wenige Minuten Staugefahr. Damit sind derzeit gleich für ganz München. (TK)
beanspruchen, können derzeit bis zu einer mehrere unmittelbar aufeinanderfolgende
Stunde dauern. Abschnitte des westlichen Mittleren Rings
beeinträchtigt: der Luise-Kiesselbach-
Tunnel im Südwesten, die Donnersberger-
brücke und die Landshuter Allee im weite-
ren Verlauf nach Norden.
AUGUST ⁄ SEPTEMBER 2026 ⁄ TAXIKURIER ⁄ 41